Die Fruchtbarkeit

Allgemeine Informationen

Aufgrund der in den westlichen Ländern seit Jahren zu beobachtenden abnehmenden Fruchtbarkeit wird heute bei unerfülltem Kinderwunsch häufig der männliche Partner in der urologisch-andrologischen Praxis zu Abklärung vorstellig.

Ablauf

Zunächst wird anhand eines Fragenkataloges auf mögliche Risikofaktoren der Fruchtbarkeit (Rauchen, übermäßiger Alkohol- oder Drogengenuss, Medikamente) untersucht. Auch Erkrankungen aus der Kindheit (Hodenhochstand, Mumps mit Hodenbeteiligung, Hodenverdrehung) werden dabei erfasst. Weiteren Fragen betreffen evtl. Hodenverletzungen und Entzündungen im Genitalbereich (Prostatitis, Urethritis). Operative Eingriffe (Harnröhrenweitung, Leistenbruch) werden gleichfalls abgefragt. Eine körperliche Untersuchung soll mögliche Hodenveränderungen oder Krampfadern (Varikozele) erfassen. Dann ist der Mann gefragt. Er muss unter Beachtung verschiedener Regeln eine Spermaprobe zur Analyse in die Praxis bringen. Die Analyse dieser Probe gibt erste Aufschlüsse über die bestehende Fruchtbarkeit oder ihre Einschränkungen. Bei deutlicher Einschränkung folgen eine zweite Spermaprobe mit noch genauerer Spermaanalyse sowie verschiedene Hormonuntersuchungen.

Mögliche Ursachen für Fruchtbarkeitseinschränkungen

  • mangelhafte Produktion normaler und gut beweglicher Spermien
  • Gestörte Samenzell-Eizell-Interaktion
  • Transportstörungen der Samenleiter

Regeln zur Spermagewinnung

  • Benutzen Sie nur das von unserer Praxis zur Verfügung gestellte Transportgefäß mit eindeutiger Identifikation! Auch ein Urinbehälter aus der Apotheke ist geeignet.
  • Vor der Spende bitte vier Tage keinen Samenerguss!
  • Gewinnen Sie das Ejakulat nicht durch Koitus interruptus (das saure Vaginalsekret immobilisiert die Spermien)!
  • Verwenden Sie keine Gleitmittel! Diese können die Spermien in der Bewegung beeinträchtigen.
  • Gewinnen Sie das Ejakulat nicht in einem handelsüblichen Kondom (diese haben meist eine spermizide Beschichtung)!
  • Falls nicht das gesamte Ejakulat im Behälter aufgefangen werden konnte, teilen Sie dies bitte im Labor oder der Arztpraxis mit!
  • Vor der Samenabgabe leeren Sie bitte Ihre Blase!
  • Vor der Samenabgabe, insbesondere wenn mikrobiologische Untersuchungen vorgesehen sind, sollten Sie Hände und Penis waschen, wobei Sie die Seifenreste bitte gut entfernen!
  • Das unter häuslichen Bedingungen gewonnene Ejakulat muss innerhalb von maximal einer Stunde körperwarm in die Praxis transportiert werden. Kälte immobilisiert die Spermien – daher ist ein Transport am Körper oder in der Hosentasche sinnvoll.
  • Samenabgabe bitte nur Montags bis Donnerstags 8:00-12:00 Uhr!
  • Stehen noch weitere Hormonuntersuchungen an, so sollte die Blutentnahme vor der Ejakulatabgabe erfolgen, da Prolaktin zum Beispiel durch die Masturbation ansteigen kann.

Mangelhafte Spermien

Die Fruchtbarkeit

Die häufigste Störung der Fruchtbarkeit beim Mann ist eine mangelhafte Produktion normaler und gut beweglicher Spermien. Die Ursachen hierfür können vielfältig sein:

  • eine Mumps-Infektion in der Kindheit
  • Krampfadern am Hoden
  • Hodenhochstand
  • Hormonstörungen
  • Diabetes
  • operierte Tumore
  • Schädigung in der Erbanlage
  • Stress
  • Infektionen
  • Umweltbelastungen
  • starker Nikotin- und/oder Alkoholkonsum

Gestörte Samenzell-Eizell-Interaktion

Die Fruchtbarkeit

Unabhängig von der Samenzelldichte können auch funktionelle Störungen das Eindringen der Samenzelle in die Eizelle erschweren oder blockieren und damit die Unfruchtbarkeit verursachen.

Transport­störungen der Samenleiter

Die Fruchtbarkeit

Bei einigen Männern werden zwar in ausreichender Zahl Samenzellen gebildet, allerdings finden sich in ihrem Sperma dennoch wenige oder gar keine Samenzellen, da diesen der Weg durch eine Blockade der Samenleiter versperrt ist. Die Ursachen hierfür können auf einer Verklebung der Samenleiter oder Nebenhodengänge beruhen, die Folge einer Entzündung ist. Verschlossene oder unterentwickelte Samenleiter können aber auch vererbt sein. Auch Verletzungen und Operationen (z. B. nach Leistenbruch) können eine Störung des Samentransportes zur Folge haben.

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